Die Geschichte des Mölltales geht in die vorchristliche Zeit, ja in das graue Altertum zurück. Wann das Mölltal erstmals von Menschen betreten und wann es dann tatsächlich ständig besiedelt wurde, lässt sich mit Sicherheit nicht mehr feststellen. Die Forscher kommen zu verschiedenen Zeitangaben. Mit einer gewissen Sicherheit kann man als Zeit der ständigen Besiedelung etwa 3.000 bis 2.000 Jahre v. Chr. annehmen. Wenn man nun den Eismenschen vom Similaungletscher betrachtet, so kann man auch für das Mölltal eher noch eine frühere Zeit annehmen. Der Prähistoriker Gams schreibt, dass am Ende der Jungsteinzeit (7.000 – 1.800 v. Chr.) und in der Bronzezeit (1.800 – 800 v. Chr.) im oberen Mölltal schon gerodet und in der Hallstätterzeit (800 – 400 v. Chr.) bereits Ackerbau betrieben wurde. Auch der römische Geschichtsschreiber Polybius hat schon um 150 v. Chr. von den großartigen Goldfunden bei den Tauriskern im Noricum berichtet. Als die ersten Siedler in unserem Gebiet nimmt die neuere Forschung den indogermanischen Stamm der Pro-Italiker an, die schon zum Ausgang der Jungsteinzeit hier gerodet und gewohnt haben sollen. In der Hallstätterzeit waren es zuerst die Illyrer und später die illyrischen Veneter die hier ihre Bleibe gefunden haben. Um etwa 500 v. Chr. kamen von Norden die Kelten in unsere Gegend. Es soll der Stamm der Laianici gewesen sein, der das Gebiet von Oberkärnten und Osttirol besiedelte. Die Kelten blieben die ganze La-Tene Zeit (400 – Chr. Geburt) hier sesshaft. Die Pro-Italiker, die Illyrer, Veneter und auch die Kelten waren indogermanische Völkerstämme und in ihrer Sprache miteinander verwandt. Um 200 v. Chr. schlossen 13 keltische Stämme sich zum „Königreich Noricum“ zusammen, zu dem auch das Drau- und Pustertal sowie das Mölltal gehörten. Der Sitz des Königs war bei Magdalensberg. Zu Rom unterhielt Noricum gute Beziehungen. Ein wichtiges Handelsprodukt war das bekannte norische Eisen, sicher aber auch die Goldfunde. 15 v. Chr. ließ der römische Kaiser Augustus das Königreich Noricum besetzen. Die Besetzung erfolgte ohne Blutvergießen in kurzer Zeit und ohne militärische bzw. römische Verwaltung. Der Grund für die Besetzung werden sicher die reichen Goldvorkommen und das norische Eisen gewesen sein. Das die Besetzung in kurzer Zeit erfolgen konnte, lässt ein gut ausgebautes Netz von Straßen und Wegen schließen.
45 n. Chr. wird Noricum römische Provinz und „Virunum am Zollfeld“ bei Klagenfurt die Provinzhauptstadt. Die Römer siedelten in unsere Gegend. In den Talebenen entstanden römische Gebäude (Sitze der Aufseher) und auf den Hügeln vereinzelt römische Tempel, wie der „Herculestempel“ auf dem Danielsberg bei Kolbnitz. Hercules genoss bei den Römern in etwa die gleiche Verehrung wie sie bei uns heute der Hl. Christopherus genießt. Die Taurisker waren nun kein freies Volk mehr, sie mussten für die Römer arbeiten. Es blieben ihnen nur mehr die Plätze, die von den Römern nicht beansprucht wurden und zum Teil ihr Vieh. Die Taurisker, die sich den Römern nicht unterwerfen wollten, flohen in die hintersten Seitentäler und ernährten sich von Wild und später auch von der Viehwirtschaft, dadurch wurde die Siedlungsgrenze immer höher hinaufgedrückt.

Die Besiedelung war vor und während der Römerzeit in unserem Gebiet sicher nur schwach. Die ersten Siedlungen werden auf dem oberen Drittel der Schwemmkegel auf der Sonnseite vorgenommen. Almwirtschaft im heutigen Sinn gab es damals noch nicht. Nutzung der höher gelegenen Gebiete gab es nur im Zusammenhang mit dem sommerlichen Bergbaugebiet. Das mittlere Mölltal war zu dieser Zeit noch nicht erschlossen. Die spätere Besiedelung soll von Winklern talabwärts erfolgt sein. Die frühere Besiedelung des Oberen und Unteren Mölltales wird wohl mit den Römerstraßen über das Hochtor und über den Korntauern bei Mallnitz zusammenhängen. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass es bis etwa 100 n. Chr. in der heutigen Nationalparkregion schon keltische Almnamen und auch den Weg über das Hochtor gegeben hat. Um etwa 500 n. Chr. gab es bereits gute Passwege über die Tauern, aber außer Sagritz, welches als keltisch-römische Siedlung gewertet wird, keine bekannten Orte im Oberen Mölltal.

Im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. drangen die germanischen Stämme der Markomannen, der Goten, Franken und Alemannen in die Provinz Noricum ein und kamen zum Teil sogar bis an die Adria. Die landhungrigen Germanen wurden von den Römern vielfach als Bauern innerhalb ihres Reiches angesiedelt. Anfang des 4. Jhdt. erfolgte von Rom aus die 1. Christianisierung in unserem Gebiet. Im Inneren des römischen Reiches kam es vielfach zu Machtkämpfen, besonders in der Zeit der Soldatenkaiser, von denen es einmal 19 gleichzeitig gab. Durch die Kämpfe im Inneren wurden die Grenzprovinzen von den Soldaten entblößt, dadurch war es den germanischen Stämmen relativ leicht einzudringen und sich dort niederzulassen. Durch die vielen Einfälle germanischer Stämme in die Grenzprovinzen zogen sich die Römer mit ihren Bergbaufachkräften in das Innere Reich zurück. Dadurch ging der Bergbau immer mehr zurück, schließlich kam er ganz zum Erliegen. 476 war das Ende des Weströmischen Reiches. In der Zeit der Zugehörigkeit der jetzigen Nationalparkregion zum römischen Reich, kann man wohl mit Sicherheit die erste Blütezeit des Goldbergbaues und damit auch des Oberen Mölltales annehmen. Vom Ende des Weströmischen Reiches an bleibt der Oberkärntner und Osttiroler Raum fast sich selbst überlassen. Die Machthaber wechseln in schneller Folge. Zuerst noch im Einflussbereich des germanischen Nachfolgereiches von Odoaker, wurde er 493 – 536 Grenzprovinz des Ostgotenreiches unter Theoderich. Von 536 – 565 kam er unter fränkische und byzantinische Abhängigkeit. 568 kommt er in den Einfluss der Langobarden. Zu welcher Zeit die Bayern (Bajuwaren) in unsere Gegend gekommen sind, ist nicht genau bekannt. War es zur Römerzeit mit den germanischen Stämmen. War es zwischen der Römer- und Slawenzeit oder haben sich die Slawen und Bayern in unserer Gegend getroffen? Ab 591 zogen die Slawen (Wenden), vom heutigen Russland kommend, Drau aufwärts. Sie wurden vom brutalen Stamm der Awaren beherrscht, getrieben und verfolgt. Die Slawen mussten den Awaren nicht nur Gut und Geld, sondern auch Frauen und Töchter geben. Im Zuge der Wanderung der Slawen und Awaren von Russland bis zu uns, kam es immer wieder zu Kämpfen mit den Ansässigen und zu Zerstörungen. So wird Virunum und Teurnia 591 letztmalig genannt. 610 kam es bei Aguntum zwischen den ansässigen Bayern und den Slawen zur Schlacht. Die Bayern unter Herzog Garibaldi wurden besiegt und in das Gebiet westlich der Lienzer Klause zurückgedrängt. Aguntum wurde zerstört. Die Slawen besiedelten den Raum Lienz mit dem Iseltal, mit den Seitentälern und das Obere Mölltal. Die Slawen, ein bäuerlicher Volksstamm, gründeten im heutigen Kärnten das Fürstentum „Karantanien“. Der Name bezog sich auf die historische Hauptlandschaft, die sich im heutigen Bereich von Karnburg bei Klagenfurt befand und bereits in der Keltenzeit den Namen „Charanta“ trug. Charanta bedeutet: der Ort der Befreundeten oder der befreundeten Männer. Den Slawen sind die Awaren bis Klagenfurt gefolgt und haben diese weiter bedrängt und ausgebeutet. Deshalb wandte sich der Karantanenfürst Boruth an den Bayernherzog Odilo mit der Bitte ihn im Kampf gegen die Awaren zu unterstützen. Odilo kam dieser Bitte nach und die Bayern zogen mit den Slawen gegen die Awaren. 743 kam es bei Klagenfurt zur Schlacht. Die Awaren wurden besiegt und aus dem heutigen Kärnten vertrieben. Als Folge dieses Sieges gerieten die Slawen unter die Oberherrschaft der Bayern. Die slawische Bevölkerung blieb im Land und konnte soweit sie sich loyal verhielt den Besitz und auch die Macht als Grundherr halten. Die Slawen besiedelten in dieser Zeit unser Gebiet bis in die hintersten Bergtäler und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Aus dieser Zeit stammen noch die vielen slawischen Namen in Oberkärnten und Osttirol. 753 kam Bayern und damit unser Gebiet unter Herzog Tassilo III unter fränkischen Einfluss. Der Erlbach bei Abfaltersbach in Osttirol war 770 die Grenze Karantaniens. Die 2. Christianisierung Karantaniens erfolgte Ende des 8. und Anfang des 9. Jhdt. 772 schlägt Tassilo einen Aufstand der slawischen Karantanen nieder und bricht damit die Herrschaft der Slawen in Kärnten. Nur die loyalen Grafen behielten ihren Bereich. In der slawischen Zeit waren im hiesigen Gebiet die Schwemmkegel an den Südhängen besiedelt. Die Almnutzung war nur sehr gering. Neue Rodungen wurden von den immer mehr und zahlreicher eintreffenden deutschen Siedlern vorgenommen. Vom Goldbergbau gibt es aus dieser Zeit keine Kunde. 778 wird Bayern mit Karantanien fränkische Provinz, behält aber die bayrischen und zum geringen Teil auch die slawischen Fürsten bzw. Grafen. Das fränkische Reich zerfiel in Grafschaften oder Gaue, die an den Reichsgrenzen Grenzgrafschaften genannt wurden. Der Graf hatte die Gerichts- und Polizeigewalt. 803 wurde von Karl dem Großen zwei große Verwaltungsgebiete, so genannte „Marken“ geschafften, die Karantanische Mark und die Ostmark, die beiden Grenzgrafen unterstellt wurden. Zur Karantanischen Mark gehörte ganz Kärnten und Osttirol, die ganze Steiermark, Teile von Oberösterreich und Jugoslawien. Kärnten hatte zu dieser Zeit seine größte Ausdehnung. 811 bestimmte Karl der Große wegen Streitigkeiten die Drau als Bistumsgrenze zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Patriarchat Aquilea. Diese blieb bis 1786 aufrecht. 828 wurde Karantanien und die Mark Friaul in vier Grafschaften geteilt deren Namen aber nicht mehr bekannt sind. Sicher ist aber, dass die Markgrafschaften Karantanien nördlich der Drau war und zum Königreich Bayern gehörte. Der Sitz des Markgrafen war Karnburg. 854 und 875 schenkte Alpwin von Kärnten dem Bistum Freising Eigengüter in der Gegend von Mallnitz. 860 schenkte der fränkische König dem Erzbistum Salzburg Besitz in Oberkärnten, Bereich Gmünd und Stall. 891 schenkte König Arnulf dem Bischof Waldo von Freising alle Eigen- und Lehensgüter im Mölltal. Diese bayrische – fränkische Zeit war für das Mölltal eine gute und ruhige Zeit. Viele Einwanderer aus dem Norden kamen nach Oberkärnten und Osttirol und ließen sich hier nieder. Altbayrische Maierhöfe wurden gegründet. Einer davon soll in Winklern gewesen sein.

Von der zwischen 800 und 900 gelegenen Zeit spricht man von der Zeit der ersten Kolonisation. Vom Goldbergbau gibt es in dieser Zeit keine Kunde. Nun kommt es zu einem Ereignis, welches das hiesige Gebiet zwar nicht direkt berührte, aber doch sehr stark beeinflusste. Der Abwehrkampf des Frankenreiches gegen die entlang der Donau vordringenden Madjaren (Ungarn). 862 erfolgte ihr erster Vorstoß, der aber noch abgewehrt werden konnte. Um 900 erfolgte der nächste Vorstoß. Die Kämpfe dauerten bis 960 und wurden von den Ungarn mit größten Einsatz geführt. Dadurch waren auch die Frankenkönige zum Einsatz aller Mittel gezwungen. Die schweren Kämpfe forderten auch sehr große Menschenverluste. Weil im Frankenreich sehr viele Menschen für den Kriegsdienst gebraucht wurden riss einerseits der Strom der Siedler ab und andererseits wurden Leute aus dem unbedrohten Gebieten zum Kriegsdienst eingezogen. Dadurch waren viele Gebiete, darunter auch das Mölltal nicht mehr oder nur mehr sehr gering besiedelt. Dies soll wieder die Slawen zur vermehrten Ansiedlung in Kärnten bewogen haben, die mit Übereinstimmung mit dem Frankenreich also friedlich erfolgte. Um etwa 900 vermuten Wissenschaftler eine Naturkatastrophe ganz großen Ausmaßes in Oberkärnten und Osttirol. Ob Erdbeben oder Hochwasser mit Erdrutschen und Vermurrungen kann nicht gesagt werden. Beim Bau des Osttiroler Draukraftwerkes stieß man bei Sillian in der Tiefe auf einen verlandeten See, den man auf diese Naturkatastrophe zurückführt. 957 erwirbt Bischof Abraham von Freising Obervellach und Stall. 974 wird in Oberkärnten schon die Grafschaft Lurn mit dem Sitz auf der Hohenburg ob Pusarnitz urkundlich genannt. Zu ihr gehörte das ganze Mölltal, Lienz, Lengbarg und Windisch Matrei. Als Graf von Lurn wird der Freisinger Vogt Udalschak genannt. 976 wird Kärnten von Bayern getrennt und mit den offiziellen Namen „Kärnten“ zu einem selbstständigen Herzogtum erhoben. Kärnten hatte zu dieser Zeit noch seine große Ausdehnung. 991 wird am Penzelberg (Penzilinesperch) der Besitz eines Salzburger Klerikers erwähnt. 1007 Gründung des Bistums Bamberg mit Besitzschenkungen in Oberkärnten und im Mölltal. 1041 wird Winklern (Winchilarium) erstmals erwähnt. 1050 bis 1080 soll von den Grafen von Lurn der Turm in Winklern von oder auf den Resten eines römischen Wach- oder Mautturmes errichtet worden sein.

1054 erste urkundliche Erwähnung der Herrschaft Großkirchheim. Diese hatte die gleichen Grenzen wie heute die Nationalparkregion. 1070 wird Winklern als Eigentum der Grafen von Lurn an das Stift Brixen verschenkt. 1072 wurde unsere heutige Diozöse, das Bistum Gurk gegründet. Siedlungsgeschichtlich wird die Zeit von 950 bis 1100 als die Zeit der zweiten Kolonisation genannt, in der die ersten großen Waldrodungen, hauptsächlich durch Kirchen und Klöster, aber auch durch die Grundherrschaften durchgeführt wurden. Nach 1100 wurden hauptsächlich die Rodungen auf den sonnigen Südhängen erweitert. Um 1100 wird in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Admont bereits ein Weiler Sagritz (villa Sagerice) genannt. Um 1100 hat es bei uns auch schon eine schattseitige Besiedelung gegeben, weil bereits ein Gut in Ranach (predium ad Raunach), gegenüber Döllach, erwähnt wird. Um 1100 erwirbt das Grafengeschlecht der Pustertaler Grafenrechte in Görz bzw. Friaul und nennen sich nun von Görz. 1124 stirbt die Hohenbrugerlinie der Grafen von Lurn aus. Viele Güter wurden dem Kloster „Suben“ geschenkt. Nach dem Tode des letzten Sprosses der Grafen von Lurn, des Bischofs Altmann von Trient, erbte das Erzbistum Salzburg die Hohenburg und die damit verbundenen Besitzungen. Die politische Verwaltung der Grafschaft wurde durch den Kaiser geteilt. Den westlichen Teil erhielten die Grafen von Görz. Dadurch kam Osttirol und das Obere Möll- und Drautal an die Grafen von Görz. 1124 fallen alle Güter des Bistums Freising in der Grafschaft Lurn durch Tausch an die Grafen von Görz. In Stall und Rangersdorf werden Besitzungen des Erzbistums Salzburg genannt. 1140 erhielt das Kloster Admont durch Reginher v. Seiersberg auch Touvernich oder Dobernik genannt, durch Schenkungen verschiedene Besitzungen in Kirchheim. Der einzige Sohn v. Seiersberg war von 1165 bis 1171 Abt von Admont. Kurz nach dieser Zeit wird wohl die Entstehung der weltlichen Güterprobstei, des Probsthofes, des Stiftes Admont in Sagritz, heute der Altbau von vulgo Litzelhofer, fallen, von dem aus die Güter des Stiftes verwaltet wurden. 1182 werden in einer Urkunde eine Anzahl von Besitzungen in Bereich von Sagritz aufgezählt, die das Kloster Bamberg dem Augustinerorden Diessen bei Landsberg schenkte. In dieser Urkunde werden in Mitteldorf 6 Huben, darunter eine Amtshube genannt. Weitere Huben werden in Graden, Ekk, Emelencs, Wissoynics (?), Cholben, Örlach und 3 Huben Wisokkack erwähnt. Die meisten der genannten Örtlichkeiten sind nicht mehr bekannt. Die Nenn der Huben Graden, Ekk und Cholben lassen mit Sicherheit darauf schließen, dass die sonnigen Berghänge oberhalb Putschalls und Döllach schon damals besiedelt waren. Im Gradental nimmt man zu dieser Zeit die Almen der Güter in Sagritz an. In Döllach gab es zu dieser Zeit bereits ein Wirtshaus, eine taberna. 1184 wird im Burgstallerfeld oberhalb vom Sprinz die Ruine einer Burg urkundlich erwähnt. Außer für die Gegend um Sagritz und die früher genannten Orte liegt eine sichere Kunde für eine alte Besiedelung des Oberen Mölltales nicht vor. Da jedoch laut Klebel 1273 die Kirche in Heiligenblut vor Alter verfallen war, muss es auch dort um die Jahrtausendwende schon eine dichtere Besiedelung gegeben haben. Um 1200 sollen die Hänge von Rettenbach, Stronach und Pirkach noch nicht besiedelt gewesen sein. Um 1200 sind im Oberen Mölltal 4 Burgen nachweisbar. Farbenstein im Amte Kirchheim unter dem Heiligenbluter Tauern: Sie wurde 1670 letztmalig erwähnt. Wo sie gestanden hat ist nicht bekannt (Kalvarienberg). Die Burg oberhalb von Reintal. Die Rangsburg und die Burg Stalla, später Wildegg, bei Stall. Von Stall erzählt die Sage, dass der frühere Ort Wildegg durch eine Mure bis auf einem Stall verschüttet worden sei, welcher der späteren Ortschaft den Namen gegeben habe. Im Unteren Mölltal bestanden die Burgen Launsberg, Groppenstein, Falkenstein und Mölltheuer. 1200 bis 1250 wird siedlungsgeschichtlich als die Zeit Schwaighöfegründungen genannt. Vor 1200 wird im Oberen Mölltal nur ein Schwaige genannt. Die Schwaigen befanden sich ausschließlich in den hintersten Talgebieten oder in hohen Berglagen, immer vor Übergängen. Die Schwaigen waren zur Hilfeleistung bei den Übergängen, zur Weginstandhaltung und zur Verköstigung mittelloser Tauernwanderer verpflichtet. Dafür wurden die Schwaighöfe von der Grundherrschaft mit Getreide und Vieh, vor allem Milchkühen versorgt. Umgekehrt mussten sie die Grundherrschaft mit den Erzeugnissen des Schwaighofes, besonders Käse versorgen. Hier wurden große Abgaben gefordert. Die Martischnigschwaige am Gussnigberg in Stall hatte einen Winterviehbestand von 10 Milchkühen, 12 Ochsen oder Galtrinder, 20 Schafe, 8 Ziegen und 7 Schweine. Dies war in etwa der gängige Viehbestand eines Schwaighofes. An die Grundherrschaft waren jährlich abzuliefern: 300 Laib Käse, 3 Pfund Schmalz, 3 Ellen Loden, Wolle, Frischlinge – Kälber, Schweine, Kitze, Lämmer – Schweinsschulter, Hühner und Eier. Daraus kann man sehen, dass das Leben eines Schwaighofbauers, von den Forderungen der Grundherrschaft nicht leicht war und für die eigene Familie manchmal nicht das Nötigste blieb. Zwischen 1210 und 1230 begannen die Grafen von Görz Münzen, so genannte „Denare“ zu prägen. Die Prägestätten waren Obervellach, Lienz und Latisana. 1234 schenkte Meinhard IV v. Görz dem Kloster Admont einen Waldteil in der „provincia Chirchaym“ unter Zeugenschaft seines Richters Heinrich von Penk. 1252 Versuche der verbündeten Grafen von Görz und Tirol in den Besitz des Herzogtums Kärnten zu kommen, welches zum Teil als Lehen an das Erzbistum Salzburg vergeben war. Sie fielen immer wieder in die Salzburger Lehen ein und belagerten dabei auch Greifenburg. Dort kam es am 8.9.1252 zur Schlacht, in welcher die Salzburger unter Philipp siegreich waren. Graf Albert von Tirol wurde gefangen genommen. 27.12.1252 Diktatfrieden von Lieserhofen mit ganz harten Bedingungen. 2 Söhne des Görzer Grafen mussten als Geiseln gestellt werden. Die Märkte Winklern und Reintal gingen in den Besitz von Salzburg über. Interessant ist, dass Reintal hier als Markt erwähnt wird und früher oder später nie mehr als solcher genannt wird.

1253 war nach einer Urkunde der Brüder Ras die Lienzer Klause Landesgrenze zwischen den Grafschaften Kärnten und Tirol. Die Dreiherrenspitze in der Venedigergruppe erhielt diesen Namen, weil dort die Grafschaften Kärnten, Tirol und Salzburg sich trafen. Die Grafen von Görz konnten den Gebietsverlust nicht verkraften und fielen weiter in die Gebiete des Erzbistums Salzburg ein. 1270 besetzten sie das Mölltal, zerstörten die wehrhaften Burgen und Gebäude, darunter der Turm von Winklern, die Rangsburg und die Burg Stalla. Dadurch kam das ganze Mölltal unter Görzer Einfluss. Die Görzer hoben in diesem Teil auch die Abgaben ein. 1299 wird in der Vorderen Grafschaft Görz diesseits der Mühlbacher Klause, das erste Gesamturbar angelegt in dem alle Güter und Lehen mit ihren Grenzen, die Lehensleistungen und Einkünfte der einzelnen Ämter eingetragen wurden. 1300 wurde in Oberdrauburg der „ewige Landfriede“ zwischen dem Erzbistum Salzburg und den Grafen von Görz geschlossen. Das Gebiet zwischen Winklern und Gößnitz kam wieder zu Salzburg. 32 Huben zwischen Winklern und Heiligenblut kamen an Stift Admont. Im Salzburger Besitz wurde um diese Zeit der Burgfried Stall – ein niederes Gericht – aufgestellt. Siedlungsgeschichtlich spricht man von der Zeit nach 1300 von der „mittelalterlichen Hauptkolonisation“. Hier herein fallen die Rodung der Waldhänge und die Gründung der meist hoch gelegenen Lehen. In der Zeit zwischen 1300 und 1500 soll auch der Wiederaufbau des Turms von Winklern fallen. 25.1.1348 Starkes Erdbeben in Kärnten. Dabei stürzte der Dobratsch ab und begrub mehrere Ortschaften. Dem Volksmund nach soll zu dieser Zeit auch der Mohar, der höher gewesen sein soll als der Großglockner, abgestürzt sein und die Kirche von Maria Dornach unter sich begraben haben. Geschichtlich ist dies nicht beweisbar, da aus dieser Zeit die einzelnen Besitzer bekannt sind und auch die Urbare schon bestanden haben. Doch nirgends ist über den Absturz etwas zu finden. Der riesige Schüttungskegel zwischen der Sagritzer Brücke und Döllach lässt an ein Ereignis großen Ausmaßes denken. Hier könnte aber auch die Bruchlinie zwischen Tauernfenster und Altkristalin mitentscheidend gewesen sein. Siedlungsgeschichtlich spricht man ab 1450 vom Entstehen von Bergbausiedlungen, wachsen der Talorte, Kleinstbauern (Knappen) roden und siedeln an den Hängen. 25.1.1460 Frieden von Pusarnitz, zwischen Friedrich III. und Graf Johann v. Görz verliert der Görzer alle Gerichte und Schlösser östlich der Lienzer Klause. Darunter die Herrschaft Lienz mit dem Residenzschloss und die Herrschaft Großkirchheim. So kamen alle Besitzungen der Görzer Grafen in Oberkärnten an das Haus Habsburg. Die heutige Siedlungsgrenze soll um 1500 schon erreicht gewesen sein. Siedlungsgeschichtlich spricht man nach 1600 von der nachbergbaugeschichtlichen Siedlungsperiode. Es kam vielfach zu Hofteilungen, zur weiteren Aufteilung der Gmain und zum Entstehen von Keuschlersiedlungen. Vom 19. Jhdt. spricht man siedlungsgeschichtlich von der neuzeitlichen Siedlungsverdichtung und vom Anwachsen der Talorte. 1809 bis 11.10.1813 war das Mölltal von den Franzosen besetzt. Von 1809 bis 1814 war der Villacherkreis zu dem auch das Mölltal gehörte zum Königreich Illyrien gehörig. Erst 1849 wurde es wieder mit dem Klagenfurterkreis vereinigt. Damit hatte Kärnten wieder eine einheitliche Verwaltung. Ab 1900 man siedlungsgeschichtlich vom Ausbau der Dörfer und Kurorte